Seit ich in diesem Mai den Freilerner-Kompass online gestellt habe, ist von Anfang an auch die Ankündigung einer Freilerner-Erhebung auf der Website zu finden. Deren Start war zunächst für September geplant. Ich musste jedoch schnell feststellen, dass dieser Termin realistisch nicht zu halten war. Ein enger Austausch mit aktiven Freilerner-Familien und heute erwachsenen, ehemaligen Freilernern zu den ersten Fragebogen-Entwürfen zeigte schnell, dass mein ursprünglicher Ansatz zu kurz griff und dass eine Erhebung, die später einmal in ihrem empirischen Wert auch außerhalb der Freilerner-Landschaft anerkannt werden soll, anders strukturiert sein muss. Aus diesem Grund begann ich noch einmal mit einer Neukonzeption und kann dazu nun folgende Dinge ankündigen:
Die Freilerner-Erhebung wird sich auf 2018 verschieben. Hatte ich zunächst geplant, drei weitgehend statische Fragebögen zu erstellen, für eine jeweils engumfasste Zielgruppe (aktive und ehemalige Freilerner, Freilerner-Eltern und am Freilernen interessierte Menschen), stellten wir in der Erarbeitung bald fest, dass es zum Teil sehr schwer war, die Gruppen klar voneinander zu trennen. An anderer Stelle fühlte es sich wiederum nicht gut an, recht unterschiedliche Menschen-Gruppen in einem festen Schema zusammenfassen zu müssen. Auch stellten wir fest, dass es interessante und wichtige Fragstellungen an Menschen gab, die wir bislang nicht als Zielgruppe in der Erhebung vorgesehen hatten, wie z.B. Personen, die sich nicht aktiv mit dem Freilernen beschäftigen und dennoch eine relevante Meinung zu diesem Thema äußern können – z.B. Freunde und Verwandte. Von daher wurde schnell klar, dass es einen großen, dynamischen Fragbogen geben muss, den alle Teilnehmer bearbeiten und der anhand der gegebenen Antworten jeweils andere Fragestränge eröffnet.
Eine solch offene und starkverzweigte Form ist natürlich ungleich komplexer und aufwendiger in der Erstellung, Planung und technischen Umsetzung und braucht entsprechend mehr Zeit. Da ich überzeugt bin, dass eine sorgfältig angelegte Erhebung ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Akzeptanz schulfreier Lernformen in Deutschland sein wird und auch die mediale Berichterstattung enorm ankurbeln kann, ist dieser erhöhte Zeitaufwand sicherlich gut investiert. Ihr könnt euch in den Newsletter eintragen, um rechtzeitig benachrichtigt zu werden, sobald die Erhebung startet.

Worum soll es bei der Freilerner-Erhebung überhaupt gehen?
Wir wollen Hinweise sammeln, wie viele Menschen in Deutschland aktiv freilernen. Was sie dazu motiviert, auf welche Probleme sie dabei stoßen, wie es um ihre generelle Lebenszufriedenheit bestellt ist, aber auch wie sich ihr Freilernen gestaltet. Wir möchten wissen, aus welchem sozialen Umfeld Freilerner-Familien stammen. Wie viel Geld haben sie zur Verfügung? Welche politischen Ansichten werden vertreten? Welches Potential besteht an Menschen, die dem Freilernen nahe stehen, es aber aus verschiedenen Gründen heute noch nicht ausüben? Diese Gründe wollen wir herausarbeiten. Wir wollen erfahren, wie es heute erwachsenen Freilernern geht. Ob sie ein gutes Auskommen haben und ob sie sich rückwirkend wieder für einen Weg als Freilerner entscheiden würden. Zu guter Letzt möchten wir verstehen, welche Ängste, Probleme und Sorgen Außenstehende bei dem Thema haben. Was ihnen dabei helfen könnte, einen gelassenen Umgang mit dem Freilernen zu gewinnen. Wie es um ihren Kenntnisstand überhaupt bestellt ist, und ähnliche Dinge. All das zusammengenommen wird uns dabei helfen, ein umfassendes Bild der deutschen Freilerner-Landschaft zu zeichnen, um dann mit validen Zahlen nach außen treten zu können.